Das Buch über sich selbst
(Rückseite):.... Nicht nur die Nürnberger kennen es als
"KOMM" und ärgern sich in aller Regel über den "Schandfleck" am Eingang
der Altstadt: das Künstlerhaus, dessen Geschichte 125 Jahre
zurückreicht. Nun soll der ruinöse Torso aus dem Zweiten Weltkrieg
nach dem Willen des Oberbürgermeisters in neuem Glanz erstrahlen - eine
nicht ganz leichte Aufgabe.
Der Verfasser dieses reich bebilderten Buches schildert die vielfältige
und spannende Geschichte des Hauses in sehr anschaulicher Weise. Es
gelingt ihm dabei, wie in einem Spiegel an diesem Beispiel einen nicht
unwesentlichen Teil der Nürnberger Stadtgeschichte darzustellen mit all
ihren Verflechtungen und hinter den Entwicklungen und Ereignissen
liegenden Mentalitäten, Geisteshaltungen, Ideologien. Dabei hat er auch
mancherlei Überraschungen zu bieten, etwa wie sich dort die
Revolutionswirren nach dem Ersten Weltkrieg niederschlugen,
die Nazis später eine "Schreckenskammer" mit "entarteter Kunst"
einrichteten, sich Widerstandskreise trafen, Peter Frankenfeld
nach dem Krieg für die Amerikaner fast zwei Jahre einen Club geleitet
hat, Joseph Beuys eine seiner ersten Fettecken einrichtete......
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Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei ca. 540 K)
(Umschlagseite):
Das Künstlerhaus als Spiegel der Stadtgeschichte
"Leuchtender Edelstein", Stein des Anstoßes oder steinernes Symbol
Es gibt Plätze und Gebäude, in deren eigener Geschichte
Entwicklungen und Ereignisse einer ganzen Stadt wie Lichtstrahlen im
Brennpunkt eines Hohlspiegels zu einer größeren Einheit verschmelzen.
Das Nürnberger Künstlerhaus, von den Nürnbergern nur noch "KOMM"
genannt, gehört dazu; es verkörpert ein Stück Stadtgeschichte.
Das vom Zweiten Weltkrieg übriggebliebene ruinöse Flickwerk am Eingang
zur Altstadt ist den meisten ein ästhetisches Ärgernis, ein Stein des
Anstoßes. Dabei sollte dieses Gebäude einst "leuchten wie ein
Edelstein". Den Malern, Bildhauern und Kunstfreunden sollte es zum
Mittelpunkt werden und der Stadt zu neuer Kunstblüte verhelfen. Es wurde
eine lange Geschichte daraus, die der Autor in diesem Buch aufblättert.
1910 endgültig vollendet, präsentierte das Haus nicht nur die
städtischen Kunstsammlungen und beherbergte die Künstlervereine. Es gab
Tagungen, Kongresse und rauschende Feste. Die bayerischen
Sozialdemokraten stimmten hier gegen die Räterepublik. Die
Nationalsozialisten installierten darin 1933 eine der ersten
"Schreckenskammern", in denen sie besonders "abschreckende" Beispiele
von "entarteter Kunst" vorführten. Im Zweiten Weltkrieg bekam man im
Künstlerhaus Bezugsscheine für Mangelgüter, bevor es zum Soldaten heim
wurde.
Nach dem Kriege richtete der später berühmte TV-Quiz- und -Showmaster
Peter Frankenfeld in der übriggebliebenen Halbruine einen Club für
amerikanische Soldaten ein. Es folgte die Pädagogische Hochschule, ehe
für ein paar Jahre wieder die Kunst dahin zurückkehrte. 1973 zog das
Kommunikationszentrum KOMM ein, das nicht nur durch die Massenverhaftung
von 141 Jugendlichen im Jahr 1981 in ganz Deutschland bekannt geworden
ist.
Für 1995 hat der Nürnberger Oberbürgermeister der Bevölkerung ein
renoviertes Haus versprochen. An dieser sensiblen Stelle des Eingangs
zur Altstadt wird es darauf ankommen, eine überzeugende Lösung zu
finden, die mit den Inhalten des Hauses verträglich ist und dem
Stadtbild gerecht wird.
Der Autor Siegfried Kett (Jahrgang 1939), Leitender
Kulturdirektor bei der Stadt Nürnberg und früherer Chef des Amtes für
Kultur und Freizeit, zeigt in diesem Buch fundiert und anschaulich nicht
nur die spannende Geschichte des Nürnberger Künstlerhauses, sondern
zugleich deren Verbindungen zur Kunstgeschichte, zur Kulturpolitik, zur
Stadtgeschichte und Stadtpolitik. Er schlägt Brücken zu den hinter
Entwicklungen und Ereignissen liegenden Mentalitäten, Haltungen,
Weltanschauungen und Ideologien, z. B. zu den vaterländischen Strömungen
vor dem Kaiserreich, zum wilhelminischen Zeitgeist, zu den Verirrungen
nationalsozialistischer Denkart und zu den Utopien aufbegehrender
Jugendlicher in unserer Zeit. So gesehen ist das Buch zugleich ein
Spiegel eines nicht unwesentlichen Teiles von Nürnberg. |
Zustand: Neu, OVP (im Original
zellophaniert)
Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg,1992, 164 Seiten, zahlreiche
schwarz-weiss Abbildungen, Leinen gebunden, Schutzumschlag, Format ca.
230x300 mm,
ISBN 9783920701899, 3920701895, Gewicht des Buches in Gramm cirka 1100g |